Akademie der Wissenschaften
Beschreibung
Das Gebäude Jäger-/Ecke Markgrafenstrasse einst Domestikenhaus - Heute Sitz der Berlin - Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Schlagworte
Akademie der Wissenschaften Seehandlungsgesellschaft Preussische Staatsbank Domestikenhaus 1688 1740 1713 1735 1772 1795 1806 1846 1820 1848 1777 1901 1903 1873 1945 1949 1947 1983 1992 1700 1646 1716 1752 1810 1938 1933 1946 1972 1999 1902 2002
Standort
10117 Berlin Markgrafenstraße 38
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Das Gebäude Jäger-/Ecke Markgrafenstrasse einst Domestikenhaus - heute Sitz der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Neubau der Seebandluug um J906 (im Echitalit die Statut det Merkur). Markgrafen-ZEtke Jagentraße Preußische Staatsbank (Setbandlung) 1946 nach dem Bombenangriff im 2. Weltkrieg Beriin-11 rti ndenburgisthe Akademie .irr Wusrnscbafti 1735 - Das Domestikenhaus Jägebstrasse / Markgrafen Strasse Friedrich Wilhelm L (1688-1740, König seit 1713) hatte 1735 auf eigene Kosten an der Ecke Markgrafen- und Jägerstraße das sogenannte Domestikenhaus als Unterkunft für Beamte und Bedienstete des Hofes errichten lassen. Die Hauptfassade des zweigeschossigen Bauwerks zeigte zur Jägerstraße. Mit seinen geschwungenen barocken Linien, seiner Freitreppe, seinen dekorativen Elementen über den Fenstern und auf der Anika sowie seinem hohen Mansardendach war es eines der repräsentativsten und prächtigsten Gebäude am Gendarmen markt. Die Seehandlung s-Gesellschaft Die Gründung der Seehandlungs-Gesellschaft mit Patent vom 14. Oktober 1772 war Bestandteil der merkantilistischen Wirtschaftspolitik Friedrichs IL, mit der dieser eine Wiederbelebung der Wirtschaft, des Handels und der Finanzen in Branden-burg-PreuBen anstrebte, die durch die drei Schle-sischen Kriege zerrüttet waren. Die Seehandlung sollte als staatliches Handelshaus den Überseehandel vorantreiben und Preußen von ausländischen Transport- und Handelsunternehmen unabhängig machen. Die Seehandlungs-Ge- Gründanppatent der SabanJ-lur.g vom 14. Oktober Seilschaft florierte, so dass sie in den Jahren 1795 bis 1806 den maroden Staatshaushalt sanieren helfen konnte Da für lukrative Transitgeschäfte gute Infrastruktur vonnöten war, finanzierte die Seehandlung den Bau von Straßen und Eisenbahnen, führte die Dampfbinnenschrff-fahrt auf Spree, Havel und Elbe ein und unterhielt Reedereien und Werften. Sie förderte die Industrie und hatte eigene Fabriken. Schiffe der Seehandlung brachten von ihren Handelsreisen zahlreiche Kunstschätze mit, die Eingang in die preußischen Museen fanden. Auch die Wissenschaft wurde durch die Seehandlung gefördert So erhielt Alexander von Humboldt Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, 1846 von der Seehandlung ein dringend benötigtes Darlehen in Höhe von 6000 Reichstalem. Von großer staatswirtschaftlicher Bedeutung war die Seehandlung sowohl bei ihrer Gründung als auch in besonderem Maße in der Zeit von 1820 bis 1848, als sie unter Leitung ihres Präsidenten Christian von Rother gleichzeitig Staatsbank und staatlicher Unternehmer allergrößten Stils war. Fast 30 Jahre lang bestimmte Christian von Rother nicht nur die Geschicke dieses Instituts, sondern die gesamte preußische Finanz- und Wirtschaftspolitik des Vormärz. In seiner Ära wurde von Seiten des preußischen Staates das frühindustrielle Gewerbe so gefördert dass die Auswüchse des englischen Manchesterkapitalismus vermieden und das Wohl der arbeitenden Chrilliaa ,,? im-,s49 Klasse gesichert werden sollten. am.. k«i«. sm.», Ab 1777 Sitz der Seehandlungs-Gesellschaft Das Domestikenhaus wurde 1777 von der Seehandlungs-Geseftschaft angemietet und 10 Jahre spater erworben. Es diente ihr 130 Jahre lang als Hauptsitz. In dieser Zeit erfuhr es zahlreiche Erweiterungsund Umbauten. So wurde auch das Nachbargrundstück Jagerstra-ße 22 angekauft, auf dem das Stadthaus der Eltern von Alexander und Wilhelm von Humboldt stand. Obwohl das Haus gemeinhin als Geburtsort Alexander von Humboldts genannt wird (siehe Tafel am Haupteingang der Akademie), gibt es Hinweise darauf, dass der Naturforscher auf Schloß Tegel das Licht der Welt erblickt haben konnte. Größere Umbauten des Gebäudes der Seehandlungs-Gesellschaft erfolgten unter David Gilly, der mehrere Jahre auch als zuständiger Baurevisor der Seehandlung fungierte und insbesondere 1806 größere Veränderungen vornahm. Aus dieser Umbauphase sind einfache Feder- und Bleistiftskizzen Gillys erhalten. Zeichnung von David Gilly zu geplanten Umbauten 1806. Preussische Staatsbank (Königliche Seehandlung) Mit der fortschreitenden Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts geriet die Seehandlung in eine Krise, die durch die revolutionären Ereignisse von 1848 noch verstärkt wurde Dies führte zum Verkauf der Betriebe der Seehandlung, die sich nun auf die Verwaltung von Geld-und Wertpapieren und die Gründung von Sparkassen, Unfall- und Sterbekassen konzentrierte So entwickelte sich die Seehandlung zu einem unabhängigen Geld-, Kredit- und Handelsinstitut des Preußischen Staates und wurde 1918 in .Preußische Staatsbank (Königliche Seehandlung)" umbenannt Der Sitz der Preussischen Staatsbank (Seehandlung) und der Akademie der Wissenschaften Im Jahre 1901 wurde das alte Seehandlungsgebäude aus dem 18. Jahrhundert abgerissen, um an gleicher Stelle einen im wilhelminischen Barock gehaltenen viergeschossigen Neubau zu errichten, welcher die Anforderungen an ein modernes Bankgebäude erfüllen sollte Das neue Dienstgebäude der Seehandlung wurde in den Jahren 1901 bis 1903 nach architektonischen Entwürfen des Geheimen Oberbaurats Paul Klesch-ke erbaut und mit Zentralheizung und elektrischer Beleuchtung ausgestattet Im Unterschied zum alten Seehandlungsgebäude war die Hauptfassade nunmehr auf den Gendarmenmarkt ausgerichtet Dort befand sich auch der Haupteingang für das Geschäftspublikum, der noch heute erhalten ist Entsprechend der Bedeutung der Seehandlung Im Wirtschafts- und Finanzleben des preußischen Staates wurden die Fassaden des Neubaus mit vielen architektonischen Schmuckelementen versehen. Die Preußische Staatsbank erweiterte ihr Dienstgebäude, nachdem sie das Grandstück in der Taubenstraße angekauft und die Häuser Jägerstraße 22-23 abgerissen hatte Das Kellergeschoss des neuen Gebäudeteils diente zu einem beträchtlichen Teil als Tresorfläche Im Tresorraum 7 wurde gegen Ende des 2. Weltkriegs eine Zeit lang der .Schatz des Priamos" aufbewahrt, der von dem Altertumsforscher Heinrich Schliemann 1873 in Troja entdeckt worden war. Der Gebäudekomplex der Preußischen Staatsbank gehörte während des 2. Weltkriegs zu den wenigen Gebäuden am Gendarmenmarkt die die Luftangriffe relativ unbeschadet überstanden. Am 21. April 1945 wurde das Gebäude von Truppen der Roten Armee eingenommen, beschlagnahmt und nachfolgend von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland als Druckhaus genutzt Nach einem Um- und Ausbau des Gebäudes zog 1949 die drei Jahre zuvor als Deutsche Akademie der Wissenschaften wieder eröffnete Institution in das Haus. Die Stiftung Preussische Seehandlung Infolge der Auflösung Preußens kam es ab 1947 zur Abwicklung und Liquidation der Staatsbank. Aus den Liquidationsüberschüssen wurde 1983 vom Land Berlin die Stiftung Preußische Seehandlung gegründet die heute ihren Sitz in Berlin-Charlottenburg, Spandauer Damm 19, hat. Kraft Amtes ist der Regierende Bürgermeister von Berlin Vorsitzender des Stiftungsrates. Die Stiftung ist mit den Schwerpunkten .Literatur in Berlin* und .Forschung über die Berliner und brandenburgisch-preußische Geschichte" fördernd und operativ tätig. 300 Jahre Akademie der Wissenschaften Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, die unter wechselnden Namen auf eine bewegte Geschichte zurückblickt wurde 1992 durch einen Staatsvertrag zwischen den Bundesländern Berlin und Brandenburg in der Tradition der Preußischen Akademie der Wissenschaften neu konstituiert. 77 Nobelpreisträger prägen ihre Geschichte Sie reicht zurück bis zur Kurfürstlich Brandenburgischen Sozietät der Wissenschaften, die im Jahre 1700 von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) unter dem brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. gegründet wurde. Von Beginn an vereinte sie Natur- und Geisteswissenschaften und wurde damit zum Vorbild aller jüngeren Akademiegründungen. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte die Akademie ihren Sitz im Observatorium in der Dorotheenstra-ße. Besondere Bedeutung erlangte sie unter Friedrich II., der die Wissenschaften förderte Nach der Vereinigung mit der Nouvelle Société Littéraire zur Königlichen Akademie der Wissenschaften, zog die Akademie 1752 in ein neues zweigeschossiges Gebäude Unter den Linden, das über 150 Jahre lang Ihr Hauptsitz blieb. Nach der Gründung der Berliner Universität (1810) und dem Albert Einstein 1879-1955 AMi AB RAW Gottfried Wilhelm IMbna Stich van Fiapul aal dem Jahr 1745, am.. auhAW Verlust Ihrer wissenschaftlichen Institutionen wandte sich die Akademie langfristigen historisch-philologischen Aufgaben zu, die von einzelnen Forschem nicht geleistet werden konnten. Mit dem Ende der Monarchie wurde 3c'. der ?Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin" die .Preußische Akademie der Wissenschaften". Im Haiiona'-.ozialismus kam es zwar erst 1938 zu einer Gleichschaltung der Akademie, die zur Folge hatte, dass die .nichtarischen' Mitglieder und Mitarbeiter gehen mussten. Doch schon im Marz 1933 war Albert Einstein, das berühmteste Akademiemitglied, aus Protest gegen die .in Deutschland gegenwärtig herrschenden Zustände' aus der Preußischen Akademie der Wissenschaften ausgetreten. Nach Kriegsende umerstand die Akademie der Verwaltung der Sowjetischen Besatzungszone (S8Z) und wurde am 1. Juli 1946 als .Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin" wieder eröffnet 1949 erhielt sie das Gebäude de ehemaligen Pi epischen Seehandlung am Gendarmenmarkt Der Akademie, die :u: staatlichen Institution der SB7JDDR geworden war. gelang es jedoch nicht zu einer gesamtdeutschen Institution zu werden. Die .Akademie der Wissenschaften der DDR", wie sie seh 1972 hieß, war mit ihren 400 Mitgliedern und 24.000 Mitarbeitern ein über die gesamte Republik verbreitetes farechungsuntemehmen, das gnmdfegen- und anwen-dungsorientiert arbeitete. Nach der Wiedervereinigung hatte die Akademie in dieser Form keinen Bestand und wurde 1992 aufgelöst Beru n-Brandenburgi sche Akademie der Wissenschaften 1992 erfolgte die Neukonstituierung der Beriih-Branaenbuigischen Akademie der Wissenschaften. Mit ihren rund 200 gewählten Mitglie dem - herausragende Vertreter ihrer Disziplin - ist die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften eine Fach- und Ländergrenzen überschreitende Wissenschaftlervereinigung und mit ihren ca. 250 Mitarbeitern die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit geisteswissenschaftlichem Profil in der Region Berlin-Brandenburg. Die Akademie dient der Förderung der Wissenschaften. Ihr Forschungsprofil kennzeichnen Arbeiten zur Erschließung des kulturellen Erbes, inter- und transdisziplinär angelegte Projekte von aktueller wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung sowie der Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit Der Umbau des ehemaligen Kassensaals zum Lei »Nix-Saal, der Berlin-Bbandenburgischen Akademie der Wissenschaften 1999 wurde mit der Rekonstruktion des ehemaligen Kassenhofes der Preußischen Staatsbank begonnen. Die Kunden betraten den 1902/1903 errichteten Bau von der Markgraf enstraße aus über die noch heute erhaltene geschwungene Treppe im Haupteingangsflur. Der Kassensaal Im Hochparteire war mit einer Glaskuppel überdacht und verfügte über zwölf mit sandsteinernen Säulen umfasste Schalteröffnungen. Während des Krieges legte ein Bombeneinschlag den inneren Seitenflügel in Trümmer, das Dach wurde bis auf ein durchscheinendes Balkengerippe abgedeckt. Noch heute sind Einschusslocher in den Sandsteinpfeilem zu sehen. Zu DDR-Zehen war der Saal mit Beteiligung des Architekten Hans Scharoun zu einem fensterlosen Raum In Kastenform umgebaut worden. Unter der Federführung des Architekten Claus Anderhalten wurde 1999 mit der Freilegung und Rekonstruktion der historischen Ar chitektur begonnen. Mit der Feierlichen Einweihung 2002 wurde der ehemalige Kassensaal nach dem Gründer der Akademie, Gottfria Wilhelm Leibniz. benannt. Vollklimatisiert und mit modernster Tech« nik ausgestattet, verfügt die Akademie mit dem Leibniz-Saal über ein modernes Konferenz- und Veran* m staliungszentrum, das vorwiegend unter Mitwirkung Oben: Ktüxtnbofier Seebundlung 1904. Mb AUAW Mitte: Nenartaaljer Akademie der Wissenschaften der DDR llerfm-liraudenhutgiuhe Akademie der Wissenschaften - Stiftung l'ieußittbt Stehundlung Akademie der Wuunubaflen da DDR aMi aiifiav.


